Gefahr durch Ertrinken besonders hoch für Kinder

Mit den steigenden Temperaturen freuen sich viele Familien und vor allem Kinder auf Ausflüge und Urlaub am Wasser. Der Sommerspaß wird jedoch getrübt durch die steigende Anzahl von Kindern und Jugendlichen, die nicht oder nur unzureichend schwimmen können – der DLRG definiert dies als „sich einige Zeit auch bei schwierigen Bedingungen über Wasser halten können“. Laut Emnid-Studie können etwa 23,3 Prozent – ein knappes Viertel – der Bevölkerung nicht oder nur schlecht schwimmen. Die Quote für junge und jugendliche Nichtschwimmer ist besonders hoch – alarmierende 34 Prozent!
Ursachen sind u.a. Sparzwang bei den Kommunen, wodurch Schwimmbäder geschlossen werden und Schwimmunterricht ersatzlos ausfällt. Auch kulturelle Vorbehalte gegen knappe Badekleidung in gemischten Kindergruppen oder den Schwimmsport im Allgemeinen wird aus migrantisch geprägten Teilen Deutschlands vermeldet. Sehr häufig sind auch Eltern von Nichtschwimmer-Kindern selbst Nichtschwimmer und haben den großen Respekt vor dem Wasser an den Nachwuchs weitergegeben. Außerhalb der Badewanne haben diese Kinder somit oft bis zur 3. Klasse keine Chance, sich angstfrei an die Bewegungen im Wasser zu gewöhnen. Modellprojekte, wie z.B. der „Neuköllner Schwimmbär“ im Berliner Bezirk Neukölln, in dem die Hälfte aller Grundschulkinder nicht schwimmen kann, sollen jetzt Abhilfe schaffen. Kinder erhalten hier eine behutsame und spielerische Heranführung an das Element Wasser noch bevor es zum offiziellen Schulschwimmen geht.